Kennzahlen

Rendite Immobilien: welche Zahl wirklich über den Kauf entscheidet

Kurzantwort: Die Bruttomietrendite zeigt nur die Richtung. Kaufentscheidend sind Nettomietrendite nach nicht umlagefähigen Kosten und der monatliche Cashflow nach Zins und Tilgung. Hier sind die Formeln, realistische Bandbreiten und die häufigsten Rechenfehler.

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Bruttorendite

Jahresmiete ÷ Kaufpreis × 100

Nettorendite

nach Verwaltung & Rücklage

Realistisch A-Stadt

ca. 3–4 % brutto

Realistisch B/C-Stadt

ca. 4,5–6 % brutto

Die drei Formeln, die du brauchst

Mehr als diese drei Rechnungen braucht die Vorauswahl eines Objekts nicht.

  • Bruttomietrendite = Jahresnettokaltmiete ÷ Kaufpreis × 100.
  • Nettomietrendite = (Jahresnettokaltmiete − nicht umlagefähige Kosten) ÷ (Kaufpreis + Nebenkosten) × 100.
  • Cashflow = Nettokaltmiete − Zins − Tilgung − Verwaltung − Rücklage.

Rechenbeispiel mit Finanzierung

180.000 € Kaufpreis, 9.600 € Jahresnettokaltmiete: Bruttorendite 5,3 %, Kaufpreisfaktor 18,75. Kaufnebenkosten von 11 % (19.800 €) werden aus Eigenmitteln bezahlt, 180.000 € finanziert zu 3,8 % Zins und 2 % Tilgung – das sind 8.640 € Annuität im Jahr.

Bleiben nach Verwaltung (300 €) und Rücklage (1.200 €) rund 9.600 − 1.500 − 8.640 = −540 € pro Jahr, also etwa 45 € Zuzahlung im Monat – bei gleichzeitig rund 3.600 € Tilgung, die in dein Vermögen fließen. Genau diese Gegenüberstellung fehlt in den meisten Verkaufsunterlagen.

Woran Renditeversprechen scheitern

Zahlen auf Exposés sind selten falsch – aber fast immer unvollständig.

  • Rendite auf Kaufpreis statt auf Kaufpreis inklusive Nebenkosten gerechnet.
  • Bestandsmiete über Marktmiete: bei Neuvermietung bricht die Rendite ein.
  • Instandhaltungsstau und anstehende Sonderumlagen nicht berücksichtigt.
  • Mietausfallwagnis und Leerstandsmonate ignoriert.
  • Mietsteigerungen unterstellt, die Mietrecht und Mietspiegel gar nicht zulassen.

Alles live erklärt – im kostenlosen Workshop.

Häufige Fragen.

+Was ist eine gute Mietrendite?

In gefragten Großstädten der DACH-Region sind 3–4 % Bruttomietrendite üblich, in B- und C-Städten sind 4,5–6 % erreichbar. Entscheidend ist die Nettorendite nach nicht umlagefähigen Kosten und der Cashflow nach Finanzierung, nicht die Bruttozahl.

+Wie berechne ich die Nettomietrendite?

Nettomietrendite = (Jahresnettokaltmiete − nicht umlagefähige Kosten) ÷ (Kaufpreis + Kaufnebenkosten) × 100. Nicht umlagefähig sind vor allem Verwaltung, Instandhaltungsrücklage und Mietausfallwagnis.

+Was sagt der Kaufpreisfaktor aus?

Der Kaufpreisfaktor (Vervielfältiger) ist Kaufpreis geteilt durch Jahresnettokaltmiete. Faktor 20 entspricht 5 % Bruttorendite. Je niedriger der Faktor, desto schneller amortisiert sich der Kaufpreis über die Miete.

+Ab wann ist eine Immobilie cashflow-positiv?

Wenn die Nettokaltmiete Zins, Tilgung, Verwaltung und Rücklage übersteigt. Bei aktuellen Zinsniveaus gelingt das meist erst ab Kaufpreisfaktoren unter etwa 20 oder mit höherem Eigenkapitaleinsatz.